Bericht zur Schulvisitation an der Schule „Am Grünen Grund“

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 Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Belzig

Staatliches Schulamt Brandenburg
Schulträger: Landkreis Potsdam-Mittelmark

Schulbesuch: 04. bis 06. November 2008
Schulvisitationsteam:
Doris Kaiser
Carsta Marquardt-Korschel
Ludwigsfelde, 19.01.2009

Inhaltsverzeichnis

1 Zielstellung des Berichts
2 Kurzdarstellung der Ergebnisse
2.1 Qualitätsprofil und Diagramme der Unterrichtsbeobachtungen
2.2 Stärken der Schul- und Unterrichtsqualität
2.3 Schwächen der Schul- und Unterrichtsqualität
3 Grundlagen des Berichts
3.1 Ablauf der Visitation
3.2 Gespräche, Interviews und Fragebögen
3.3 Unterrichtsbeobachtungen
3.4 Dokumente
4 Ausgangsposition der Schule
4.1 Schulprofil und Standortbedingungen
5.1 Ergebnisse der Schule
5.2 Lehren und Lernen – Unterricht
5.3 Schulkultur
5.4 Führung und Schulmanagement
5.5 Professionalität der Lehrkräfte
5.6 Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6 Übersicht zu den Einzelbewertungen im Qualitätsprofil


1 Zielstellung des Berichts

Im Land Brandenburg begann mit dem Schuljahr 2005/06 die Visitation der Schulen in
öffentlicher Trägerschaft. Innerhalb von fünf Jahren sollen alle Schulen einmal extern
evaluiert werden. Eine Auswertung der Ergebnisse in den ersten Jahren führte zu einer
Weiterentwicklung der Instrumente und des Verfahrens der Schulvisitation1.
Ziel der Schulvisitation ist es, mit transparenten, deutlich standardisierten sowie
strukturierten Methoden und Instrumenten eine Schule als Gesamtsystem zu untersuchen.
Die über Dokumentenanalyse, Interviews, Fragebögen und Beobachtungen erhobenen
Informationen2 bilden die Grundlage für den Bericht. Bezug nehmend auf den
„Orientierungsrahmen Schulqualität in Brandenburg“3 wird für die Schule eine umfassende
Bewertung wichtiger Qualitätsmerkmale vorgenommen. Die aus den Ergebnissen
resultierenden Hinweise auf die Stärken und Schwächen der Schule lassen möglicherweise
andere Aspekte von Schulqualität außer Betracht. Gleichwohl wird davon ausgegangen,
dass die Ergebnisse der externen Evaluation Impulse für die zukünftige Schul- und
Unterrichtsentwicklung geben werden.
Der Visitationsbericht steht allen interessierten Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und
Schülern dieser Schule zur Verfügung. Die Schulleitung sichert die Diskussion des
Berichtsentwurfes in der Schulkonferenz. Der Endbericht ist zugleich an den für die Schule
verantwortlichen Schulträger und die zuständige Schulaufsicht adressiert, da beide für den
Entwicklungsstand der Schule mittelbar Verantwortung tragen. Gemeinsam mit den weiteren
für Schulqualität Verantwortlichen leitet die Schule Maßnahmen ab und überprüft deren
Wirksamkeit. Die Schulkonferenz kann einen Beschluss zur Veröffentlichung des Berichtes
fassen.
Das Visitationsteam bedankt sich bei der Schule „Am Grünen Grund“ für die freundliche
Unterstützung.


2 Kurzdarstellung der Ergebnisse

2.1 Qualitätsprofil und Diagramme der Unterrichtsbeobachtungen
Die in der Schulvisitation am 05./06./07. November 2008 ermittelte Bewertung der Schule
„Am Grünen Grund“ ist im folgenden Qualitätsprofil dargestellt (vgl. Abbildung S. 5). Es
enthält 18 Profilmerkmale, die sich auf die sechs Qualitätsbereiche im „Orientierungsrahmen
Schulqualität in Brandenburg“ beziehen. Zu diesen Bereichen gehören: Ergebnisse der
Schule, Lehren und Lernen – Unterricht, Schulkultur, Führung und Schulmanagement,
Professionalität der Lehrkräfte sowie Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung.
Jedes Profilmerkmal wird durch mehrere Kriterien untersetzt, wovon einzelne mit einer
höheren Wichtung in die Gesamtwertung des Profilmerkmals eingehen. Sie ergeben
zusammen mit den anderen Kriterienwertungen einen gewichteten Mittelwert (gMW). Für die
Wertung von sechzehn der achtzehn Profilmerkmale wurden in Abstimmung mit dem
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport landesweit gültige Bandbreiten für die vier
nachfolgenden Kategorien festgelegt.
Wertungskategorien Bezeichnungen Bandbreiten

  • 4 überwiegend stark 3,50 < gMW £ 4
  • 3 eher stark als schwach 2,75 £ gMW £ 3,50
  • 2 eher schwach als stark 1,75 £ gMW < 2,75
  • 1 überwiegend schwach 1 £ gMW < 1,75

Die Wertungsvorgaben zu den Profilmerkmalen und die genutzten Informationsquellen
werden im Kapitel 6 konkret benannt. Für die Profilmerkmale 1 und 2 erfolgen derzeit noch
keine Wertungen innerhalb der vier Kategorien, da im Land Brandenburg die systematische
Erfassung und Auswertung dieser Daten erst beginnt und relevante Vergleiche aktuell noch
nicht möglich sind.
Die Ergebnisse der einzelnen protokollierten Unterrichtsbesuche werden als
Gesamtergebnis der Schule zusammengefasst und in den nachfolgenden Diagrammen
visualisiert. In der ersten Abbildung werden die Mittelwerte der Kriterien der einzelnen
Profilmerkmale dargestellt, aus der zweiten geht die prozentuale Verteilung der
Wertungskategorien jedes Kriteriums hervor.


 

Das Qualitätsprofil

Qualiprofil


 

Die Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen

ergebnisse


 

Anteile der Wertungskategorien in den Unterrichtsbesuchen

ergebnisse2


2.2 Stärken der Schul- und Unterrichtsqualität

–  An der Schule „Am Grünen Grund“ besteht eine sehr gut entwickelte Schul- und
Lernkultur. Alle Personengruppen gehen vertrauensvoll, verantwortungsbewusst, fair
und respektvoll miteinander um und handeln nach einheitlichen, gemeinsam
beschlossenen Richtlinien.
–  Die schulischen Planungen sind aussagekräftig und handhabbar. Durch intensive
fachliche und methodische Abstimmung der Lehrkräfte und des sonstigen
pädagogischen Personals wird eine hohe Unterrichtsqualität erreicht. Die
Unterrichtszeit wird effektiv genutzt und die Schülerinnen und Schüler werden
angeregt, die Lernprozesse aktiv und selbstständig zu gestalten. Das unterrichtliche
Vorgehen der Lehrkräfte ist dabei auf entwicklungsorientiertes Lernen ausgerichtet.
–  Die Schule initiiert zahlreiche Aktivitäten, die den Schülerinnen und Schülern lernfeldund
lernstufenübergreifendes Lernen ermöglicht. In der Schule „Am Grünen Grund“
herrscht insgesamt eine entspannte und angenehme Lernatmosphäre.
–  Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden auf der Grundlage eines
detaillierten Förder- und Differenzierungskonzeptes gefördert und gefordert.
–  Die Schülerinnen und Schüler sowie Eltern haben die Möglichkeit, sich aktiv am
Schulleben zu beteiligen und eigene Ideen und Vorschläge in die schulische Arbeit
einzubringen. Zahlreiche schulische Höhepunkte stärken das soziale Miteinander.
Zusätzlich wird das Schulleben durch vielfältige regionale und überregionale
Kooperationen bereichert.
–  Die Schule arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung der Unterrichtsqualität. Die
Lehrkräfte entwickeln über gezielte Fortbildung die notwendigen Kompetenzen für
den Umgang mit den Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler.
–  Die Leitgedanken der Schule „Am Grünen Grund“ formulieren Grundrechte für die
Schülerinnen und Schüler. Diese werden an der Schule verwirklicht und durch ein
aussagekräftiges Schulprogramm unterstützt.
–  Die Schulleitung sichert eine gut funktionierende Unterrichtsorganisation.

2.3 Schwächen der Schul- und Unterrichtsqualität

Das Qualitätsprofil der Schule „Am Grünen Grund“ in Belzig weist in der Bewertung aller
Profilmerkmale nur Stärken auf. In allen Bereichen konnten gute Entwicklungsansätze
festgestellt werden. An dieser Stelle sollen jene erwähnt werden, die aus Sicht des
Visitationsteams weiterer Aufmerksamkeit bedürfen.

Ansätze für eine weitere Entwicklung werden gesehen
– im Ausbau der Hospitationskultur,
– in der weiteren Planung zielgerichteter Evaluationsmaßnahmen.

3 Grundlagen des Berichts

3.1 Ablauf der Visitation

Grundlagen Schulvisitation Förderschule Belzig


 

3.2 Gespräche, Interviews und Fragebögen

Im Vorgespräch erfolgten Vereinbarungen zum organisatorischen Ablauf der Schulvisitation.
Daran nahmen neben dem Visitationsteam die Schulleiterin und die stellvertretende
Schulleiterin teil. Vorher fand ein Schulrundgang unter Beteiligung einer Vertreterin des
Schulträgers statt, bei dem Angaben zum Schulstandort erfasst wurden. Die Schulleitung
und das Lehrerkollegium erbaten die zusätzliche Beurteilung der Qualitätsmerkmale
„Gestaltung der Schule als Lebensraum“ und „Personaleinsatz der Beschäftigten“.
Während des Schulbesuchs führte das Visitationsteam halbstandardisierte Interviews durch,
die sich inhaltlich an den zu bewertenden Kriterien orientierten (vgl. Kapitel 6). Eine
repräsentative Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Interviews konnte im
Vorgespräch abgestimmt werden, so dass jeweils Personen sowohl mit als auch ohneFunktionen beteiligt waren. Es wurde eine Teilnehmerzahl von in der Regel zehn Personen
für die Interviews vereinbart.
Die Befragungen der Lehrkräfte und Eltern sowie des sonstigen pädagogischen Personals
wurden zu vergleichbaren inhaltlichen Schwerpunkten geführt. In den Fragebögen konnten
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Zustimmungen zu den Sachverhalten auf einer
Skala von „1 – stimme nicht zu“ bis „4 – stimme voll und ganz zu“ abstufen. Schülerinnen
und Schüler wurden nicht mittels Fragebögen befragt. Im Bericht angegebene Werte
bezeichnen Mittelwerte der Ergebnisse. An der Online-Befragung beteiligten sich 15
Lehrkräfte, das entspricht einer Rücklaufquote von 62 % (SOLL: 80 %).4 Für die Eltern
wurden die Fragebögen in Papierform ausgegeben. Die Rücklaufquote der Fragebögen der
Eltern betrug 52 % (SOLL: 60 %). Damit sind die Befragungsergebnisse dieser beiden
Personengruppen nicht ausreichend repräsentativ. Für die Bewertung der Schule kann das
Befragungsergebnis des sonstigen pädagogischen Personals herangezogen werden. Die
Beteiligung lag hier mit fünf Personen bei 100%.
Am Ende des Schulbesuchs gab das Visitationsteam der Schulleiterin erste Informationen
zum Ergebnis der Visitation. Neben einer kurzen Darstellung des Qualitätsprofils der Schule
lag der Schwerpunkt dieser Rückmeldung auf den erzielten Ergebnissen im Bereich des
Schulmanagements. Des Weiteren fand eine mündliche Rückmeldung von Ergebnissen der
Schulvisitation an die Schulöffentlichkeit statt. An ihr nahmen neben der Schulleitung 17
Personen teil (Lehrkräfte, sonstiges pädagogisches Personal, Physiotherapeutin,
Krankenschwester, Schulsachbearbeiterin).


3.3 Unterrichtsbeobachtungen

Zur Organisation der Unterrichtsbesuche erhielt das Visitationsteam von der Schulleitung die
Einsatzplanung der Lehrkräfte für die beiden Visitationstage. Das Team führte insgesamt 19
ca. dreißigminütige Unterrichtsbesuche durch. Die Schulleitung sowie die Lehrkräfte hatten
im Vorfeld keine Kenntnis von der konkreten Besuchsplanung. Das Visitationsteam sah:
–  22 Lehrkräfte (85 % des Gesamtkollegiums, alle an den Visitationstagen anwesenden
Lehrkräfte),
–  alle Lernstufen und
–  zehn verschiedene Lernfelder.


3.4 Dokumente

Zur Vorbereitung auf die Schulvisitation sichtete das Visitationsteam das Schulporträt
(http://www.bildung-brandenburg.de/schulportraets/) und die Homepage
(http://www.foerderschule-belzig.de) der Schule „Am Grünen Grund“. Weiterhin stellte dieSchulleitung dem Visitationsteam den ausgefüllten Datenergänzungsbogen zur Verfügung.
Daneben wurden im Rahmen der Dokumentenanalyse folgende schulische Unterlagen
eingesehen:

  • –  Schulprogramm (in verschiedenen Entwicklungsstadien seit 1991),
  • –  schuleigene Lehrpläne,
  • –  Unterlagen/Konzepte,

–  Jahres-, Halbjahres- und Individualpläne (incl. Handbuch zum Individualplan),
–  Festlegungen für den Kursunterricht,
–  Fort- und Weiterbildungsplanung,
–  Personalportfolio,
–  Vertretungskonzept,
–  Stundenplanprinzipien,
–  Medienkonzept,
–  Förder- und Differenzierungskonzepte,
–  Allgemeine Informationen zur Organisation der Arbeit an der Schule „Am Grünen Grund“ (Tipps zum schnellen Einleben für neue Kolleginnen und Kollegen, verbindliche inhaltliche und organisatorische Richtlinien),
–  Fortbildungs- und Beratungsangebote für externe Fachkräfte,
–  Ausbildungskonzept für Lehramtsstudenten und Praktikanten,
–  Hospitationsplanung,
–  Maßnahmen zur Qualitätssicherung,
–  Geschäftsverteilung Schulleitung,
–  Einsatzplanung Praktikanten, 1€- Kräfte und Zivildienstleistende,
–  Arbeitsplatzbeschreibungen: Krankenschwester und Hausmeister,

  • –  Protokolle,

–  Konferenz der Lehrkräfte,
–  Konferenz der Schülerinnen und Schüler (Schülertreff),
–  Elternkonferenz,
–  Schulkonferenz,
–  Fachkonferenzen,
–  Übersicht über geltende Beschlüsse,
–  Übersicht zu pädagogischen Nebenabreden,

  • –  Kooperationsvereinbarungen,
  • –  RESSOR-Bogen5,
  • –  ZENSOS-Auszug6,
  • –  Dokumentationen zu den Schulpartnerschaften,
  • –  Schuljahresarbeitsplan,
  • –  Schulchroniken,
  • –  Pressespiegel,
  • –  Schulzeitungen,
  • –  Informationsflyer (deutsch und englisch),
  • –  ergänzendes Material zur Elternberatung: „Berufsvorbereitende Maßnahmen“,
  • –  Schülerregeln.

4 Ausgangsposition der Schule

4.1 Schulprofil und Standortbedingungen

Die Landkreis Potsdam-Mittelmark ist Träger der Schule „Am Grünen Grund“ in Belzig. Die
Schule wurde im Januar 1991 gegründet. In den ersten Monaten fand der Unterricht sehr
beengt und mit nur dürftiger Ausstattung im Wohnheim Benken statt. Ab April 1991 konnte
das ehemalige Wehrkreiskommando in Belzig als Schule genutzt werden. Im Jahr 2002
wurde in enger Zusammenarbeit von Kreisverwaltung, Architekturbüro und Lehrerteam ein
Schulneubau geschaffen, der die Umsetzung der pädagogischen Konzeption unterstützt.
Im Datenergänzungsbogen wurde festgehalten, dass die Schule nicht in einem sozialen
Brennpunkt liegt. Das Einzugsgebiet wird als dörflich/kleinstädtisch mit wenig Industrie
beschrieben. Es umfasst den südlichen Bereich des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die
Schülerinnen und Schüler werden täglich vom Fahrdienst des Deutschen Roten Kreuzes zur
Schule gebracht und wieder abgeholt. Die Schule liegt in guter Erreichbarkeit zu
unterrichtsrelevanten Gegebenheiten wie Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen und kulturellen
Einrichtungen der Stadt Belzig.
Eine Konkurrenzsituation zu anderen Schulen liegt laut Aussage der Schulleitung nicht vor.
Nach schriftlicher Auskunft des Schulträgers gilt der Standort der Schule für die nächsten
fünf Jahre als gesichert. Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung wird von dem Schulträger
als beständig und vertrauensvoll angesehen.
Die Schule „Am Grünen Grund“ arbeitet nach dem Konzept des Ganztagsunterrichts. An der
Schule werden drei Mahlzeiten angeboten. In der Schule stehen sehr gut ausgestattete
Klassen- und Fachräume zur Verfügung. Das Schulgebäude wurde als großes Viereck
gebaut, welches in vier Sektoren unterteilt ist. Jeder Sektor ist farblich anders gestaltet,
womit den Schülerinnen und Schülern die Orientierung erleichtert wird. Ebenfalls farbig
gestaltete Leitlinien in den Fluren unterstützen zusätzlich die sehschwachen Schülerinnen
und Schüler.
Die Klassenkomplexe bestehen jeweils aus einem Klassenraum und einem
Differenzierungsraum. In jedem Klassenraum befindet sich eine Küchenzeile, so dass ein
tägliches Training im Bereich der Selbstversorgung möglich wird. Variables Mobiliar
erleichtert eine schnelle funktionelle Umwandlung der Funktionsbereiche (z. B. großer
Esstisch oder Einzelarbeitsplätze). Teilweise offen gestaltete Einrichtungsgegenstände
ermöglichen den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über Freiarbeitsmaterialien und
den selbstständigen Umgang mit ihnen. In den Gruppenräumen sind die Arbeitsplätze für
schwerstmehrfachbehinderte Schülerinnen und Schüler an die jeweiligen individuellen
Bedürfnisse angepasst und gegebenenfalls mit Hebetechnik ausgestattet. Eine Anbindung
der Klassencomputer an das Schülernetz der Schule ist gegeben.

In den vier Sektoren steht je ein behindertengerechtes Bad mit Hebetechnik, Wickeltisch,
Toilette und Dusche zur Verfügung. In den Toiletten im grünen und im gelben Bereich
wurden im Gegensatz zu den Klassenkomplexen automatisch funktionierende Armaturen
eingebaut, so dass die Schülerinnen und Schüler auch auf die Gegebenheiten in öffentlichen
Einrichtungen vorbereitet werden. Neben dem Unterricht in den Klassenkomplexen wird
auch, teilweise klassenübergreifend, Fachunterricht in der Töpferei, der Holzwerkstatt, der
Druckerei sowie im Mal- und Gestaltungsraum und im Hauswirtschaftsraum erteilt.
Für den Kursunterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik stehen zwei Räume zur
Verfügung, die jeweils mit vier Computerarbeitsplätzen und einem breiten Angebot an Lehrund
Lernmitteln ausgestattet sind. Der Kurs „Basales Lernen“ verfügt über einen
Sehtrainings-, einen Erlebnis- und einen Aktivitätsraum. Die Ausstattung dieser Räume ist
auf die speziellen Bedürfnisse seh-, hör-, und schwerstmehrfachbehinderter Schülerinnen
und Schüler ausgerichtet. Zusätzlich stehen zwei gut eingerichtete Räume für
physiotherapeutische Maßnahmen zur Verfügung.
Die Schule hat keine eigene Sporthalle. Für den Sportunterricht werden die Turnhallen der
Stadt, das Sportstadion, die Trimm-Dich-Strecke sowie Waldwege genutzt.
Schwimmunterricht erfolgt im Sommer im Schwimmbad der Stadt Belzig und im Winter im
Schwimmbad von Zerbst. Schwerstmehrfachbehinderte Schülerinnen und Schüler haben ein
eigenes Schwimmprogramm, das im Therapiebecken des Johanniter Krankenhauses in
Belzig umgesetzt wird.
Die Schule verfügt über einen Mehrzweckraum, der für die Motopädagogik, den
Musikunterricht, Arbeitsgemeinschaften, die Schulmeisterschaften im Tischtennis, Theaterund
Kinoaufführungen verwendet wird. Zugleich ist er das Zentrum bei allen Schulfeiern.
Seit Januar 2007 stehen außerdem in einem Nebengebäude Räume für
Arbeitsgemeinschaften bereit. Gleich daneben werden einige Hochbeete bewirtschaftet.
In den Pausen- und Freizeiten können die Schülerinnen und Schüler im Innenhof Gokart
(Tretmechanismus) fahren, schaukeln, klettern, Fußball spielen, mit der Drehscheibe fahren,
im Sandkasten oder an der Wassermatschstrecke spielen. Bänke und Rasenflächen bieten
Möglichkeiten zum Ausruhen.
In der Bibliothek finden die Lehrkräfte Fachliteratur, Videos, Vorführtechnik und Bücher für
die Hand der Schülerinnen und Schüler. (Quellen: Schulprogramm und
Datenergänzungsbogen)


4.2 Schülerinnen und Schüler

Circa ein Drittel der Schülerschaft hat neben dem sonderpädagogischen Förderbedarf im
Bereich der geistigen Entwicklung zusätzlichen Förderbedarf in anderen
sonderpädagogischen Förderschwerpunkten (körperliche und motorische Entwicklung,
emotional-soziale Entwicklung, Hören, Sehen, Autismus, Sprache).

schueler

4.3 Leitung, Lehrkräfte und weiteres Personal

lehrer

Frau Körner leitet die Schule seit 17 Jahren. Sie wird in ihrer Tätigkeit seit 15 Jahren durch
die stellvertretende Schulleiterin unterstützt. Zum weiteren Schulpersonal gehören eine
Schulsachbearbeiterin und ein Hausmeister. Eine Krankenschwester übernimmt die
medizinische Versorgung der Schülerinnen und Schüler. Eine fest angestellte
Physiotherapeutin arbeitet mit schwerstbehinderten Schülerinnen und Schülern.
An der Schule „Am Grünen Grund“ verfügen 24 Lehrkräfte (92%) über eine Ausbildung in
einer oder in mehreren sonderpädagogischen Fachrichtungen bzw. eine
sonderpädagogische Fachschulausbildung.
Zum Zeitpunkt der Visitation waren zwei Lehrkräfte langzeitkrank. Eine Lehrkraft von einer
anderen Schule ist mit einem Stundenanteil von über 50% im Unterricht der Schule „Am
Grünen Grund“ tätig.
An der Schule arbeiten vier fest angestellte Betreuungskräfte mit pädagogischer Ausbildung.
Zwei von ihnen haben eine heilpädagogische Ausbildung. Zum Zeitpunkt der Visitation
waren an der Schule zwei Einzelfallhelfer und vier Zivildienstleistende tätig.


5 Ausführliche Beschreibung des Qualitätsprofils

5.1 Ergebnisse der Schule

Profilmerkmal 1: Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler
Die Schülerinnen und Schüler der Schule „Am Grünen Grund“ in Belzig erhalten
bildungsgangeigene Zeugnisse am Ende jedes Schuljahres sowie ein schulformbezogenes
Abschlusszeugnis. Nach Aussagen der Lehrkräfte und der Eltern in den Interviews werden
darin sowohl Entwicklungsfortschritte als auch Entwicklungsschwerpunkte beschrieben. Die
Schulleitung führte zu Fragen der Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler aus,
dass der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Auffälligkeiten in der emotionalen und
sozialen Entwicklung insgesamt zugenommen hat.
Die Schülerinnen und Schüler der Schule „Am Grünen Grund“ nehmen an vielfältigen
sportlichen und kulturellen Aktivitäten teil. Sie erreichten in den vergangenen Jahren
verschiedene Einzel- und Mannschaftsplatzierungen sowie Teilnahmeurkunden und
Ehrenkarten bei Zeichenwettbewerben, Kunstausstellungen, Schülerzeitungswettbewerben,
Sportfesten und Fußballturnieren (z.B. mehrere Titel und Platzierungen bei den
Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Königs Wusterhausen; den jeweils zweiten Platz
beim Landesschülerzeitungswettbewerb 2007 und 2008; vier Platzierungen bei der
Landesmeisterschaft im Crosslauf in Cöthen). Schulintern finden seit dem Schuljahr
2004/2005 jährliche Schulmeisterschaften im Tischtennis statt.
Die Teilnahme an Höhepunkten der Stadt und der Umgebung sowie die zum Teil auch aktive
Mitgestaltung des öffentlichen Lebens durch die Schülerinnen und Schüler wird regelmäßig
gewährleistet. So ist die Schule jährlich Anfang Mai zum „Gleichstellungstag für Menschen
mit Behinderungen“ mit einem Stand vertreten und gestaltet durch Tänze das Programm mit.
Auf dem Weihnachtsmarkt in Klein Briesen werden in Zusammenarbeit mit dem Förderverein
der Schule Töpferware und Vogelhäuser sowie auch die Schulzeitung zum Kauf angeboten.

Profilmerkmal 2: Bildungsweg und Schulabschlüsse
Aufnahmen von Schülerinnen und Schülern
In den vergangenen drei Jahren wurden regelmäßig Schülerinnen und Schüler in die
Eingangsstufe der Schule „Am Grünen Grund“ in Belzig aufgenommen. Aufnahmen von
Schülerinnen und Schülern in die Unter-, Mittel- und Oberstufenklassen erfolgten sowohl aus
anderen Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
als auch aus Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen.Wechsel von Schülerinnen und Schülern an andere Schulen
Ein Wechsel von Schülerinnen und Schülern der Schule „Am Grünen Grund“ in andere
Schulformen erfolgte im Berichtszeitraum nicht.
Berufsschulpflicht und Schulzeitverlängerungen
Nach Durchlaufen der Lernstufen bis einschließlich der Oberstufe (Vollzeitschulpflicht)
verlassen die Schülerinnen und Schüler die Schule mit dem sonderpädagogischen
Förderschwerpunkt geistige Entwicklung noch nicht, sondern erfüllen in der Regel durch den
Besuch der Werkstufe ihre Berufsschulpflicht. Von den 72 Schülerinnen und Schülern der
Schule „Am Grünen Grund“ lernen im Schuljahr 2008/09 insgesamt 33 in der Werkstufe, das
sind 45% der Gesamtschülerschaft. Für das Schuljahr 2008/09 wurden für 16 Schülerinnen
und Schüler Schulzeitverlängerungen erwirkt (22%).
Schulabschluss
Im Schuljahr 2007/08 erhielten neun Schülerinnen und Schüler den
bildungsgangspezifischen Abschluss der Schule, im Schuljahr 2006/07 traf dies auf zehn
Schülerinnen und Schüler zu.

Profilmerkmal 3: Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler, der Eltern sowie der
Lehrerinnen und Lehrer

Wertung: 4 – überwiegend stark
Im Interview äußerten die Eltern eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Schule. Eine hohe
Professionalität und das Engagement der Lehrkräfte und Betreuer sorge für eine optimale
Förderung ihrer Kinder. Weitere wichtige Gründe für die Zufriedenheit der Eltern sind die
herzliche Atmosphäre, die alle Personengruppen an der Schule vermitteln und die
hochmoderne Ausstattung der Schule. Nach eigenen Aussagen erfahren die Eltern viel
Zuwendung; alle auftretenden Fragen werden beantwortet und es ist immer Zeit für ein
Gespräch. Außerdem loben die Eltern den unermüdlichen Einsatz der Schulleitung für alle
schulischen Belange und hoffen auf eine baldige Lösung bezüglich der problematischen
Turnhallensituation. Das größte Dankeschön für die Eltern ist „…das, was man hier mit
meinem Kind macht.“ Große emotionale Wirkung haben auch die selbst angefertigten
Schülerarbeiten, die regelmäßig für die Eltern mitgegeben werden und mit persönlichen
Mitteilungen der Lehrkräfte versehen sind.
Die Schülerinnen und Schüler gehen sehr gern zur Schule und fühlen sich in ihrer Schule
wohl. Sie finden ihre Lehrerinnen und Lehrer „total cool“ und würden am liebsten auf die
Ferien verzichten. Ihnen gefallen vor allem der abwechslungsreiche Schulalltag und die
vielen Möglichkeiten, praktisch zu arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler bestätigten imInterview ebenfalls, dass sie für Geleistetes Würdigung und Anerkennung in
unterschiedlicher Form erhalten (z.B. in der Schülerzeitung „Löwenstark“).
Das sonstige pädagogische Personal konnte im Interview die sehr hohe Zufriedenheit mit der
Schule bestätigen, die bereits bei der Auswertung der Fragebögen deutlich geworden war.
Die Kolleginnen fühlen sich vollständig angenommen und akzeptiert, arbeiten
selbstverständlich in den Klassenteams mit und loben die zuverlässigen Absprachen mit
allen Personengruppen an der Schule. Sie genießen das gute Klima an der Schule („Einer
achtet auf den anderen.“) und die Einbeziehung in alle schulischen Belange. Anerkennung
erfahren sie unter anderem durch die Wertschätzung ihrer besonderen Kompetenzen
bezüglich der Hilfestellung und Pflegetechnik bei schwerstmehrfachbehinderten
Schülerinnen und Schülern. Zu Klassenfesten und schulischen Höhepunkten werden sie
stets eingeladen. Die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen wird unterstützt; auch für
persönliche Probleme sei immer ein offenes Ohr da.
Auch die Lehrkräfte zeigten sich mit der Schule zufrieden. Das gut organisierte
Zusammenspiel aller Personengruppen, der intensive fachliche Austausch und die sehr gute
materielle Ausstattung der Schule wurden im Interview als Gründe dafür angegeben.
Gleichzeitig wünschen sich die Lehrkräfte mehr Anerkennung in der täglichen Arbeit und
höhere Flexibilität bei der Gestaltung des Schulalltags und der schulischen Höhepunkte.

5.2 Lehren und Lernen – Unterricht

Profilmerkmal 4: Die Schule verfügt über schuleigene Lehrpläne mit abgestimmten Zielen
und Inhalten.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Die Schule „Am Grünen Grund“ verfügt über sehr detaillierte schuleigene Lehrpläne, die
entwicklungsorientiert aufgebaut und mit Ideensammlungen, Praxisbeispielen, Materialtipps
sowie Empfehlungen zum Einsatz von Medien versehen sind. Die einzelnen Aspekte der
Lernfelder sind inhaltlich auf die Lernstufen verteilt. Besondere Kurspläne gibt es für die
Bereiche „Lesen und Schreiben“, „Rechnen“ (hier erfolgt die Einteilung in Niveaustufen) und
„Basales Lernen“. Alle Pläne wurden in gemeinsamer Arbeit von den Lehrkräften entwickelt
und enthalten Hinweise für die Nutzung außerschulischer Lernorte sowie fachübergreifende
und fächerverbindende Elemente.
Aufbauend auf den schuleigenen Lehrplänen und unter Nutzung einheitlich abgestimmter
Planungsgrundlagen entwickelt jedes Klassenteam eine Jahresplanung, eine
Halbjahresplanung sowie die Individualpläne für jede Schülerin und jeden Schüler.Gut organisiert zeigt sich die intensive fachliche und methodische Abstimmung in den
Klassenteams. In jeder zweiten Woche, bei Bedarf wöchentlich, finden Teamsitzungen der
Lehrkräfte und des sonstigen pädagogischen Personals mit konkreten Fallbesprechungen
und Abstimmungen zur Gestaltung des Unterrichts statt.
Eine ausführliche Broschüre mit dem Titel „Berufsvorbereitende Maßnahmen an der
Förderschule „Am Grünen Grund“, die als Ergebnis der Arbeit im Sokratesprojekt mit
Unterstützung der Europäischen Union entstand, beschreibt die innerschulische
Organisation des Praxislernens von der Unterstufe bis zur Werkstufe. Sie dient gleichzeitig
als schulische Planungsgrundlage und als Elterninformation. Außerdem werden in
Kooperation mit der Werkstatt für behinderte Menschen „Theodor Fliedner“ Belzig
regelmäßig Blockpraktika durchgeführt. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit konnten in
diesem Jahr auch Praktikumsplätze in der freien Wirtschaft gefunden werden. So arbeiten
einige Schülerinnen und Schüler im Reha-Klinikum Hoher Fläming in Belzig, im
Johanniterkrankenhaus in Belzig, in den Stadtwerken Belzig sowie heimatortbezogen auf
einem Bauernhof und einem Reiterhof.
Die Schule „Am Grünen Grund“ verfügt über eine sehr gute Medienausstattung (incl. Hardund
Lernsoftware). In den schulischen Planungen ist der Einsatz von Medien berücksichtigt.
Eine besonders intensive Mediennutzung erfolgt im Rahmen der Foto-AG und bei der
Erstellung der Schulzeitung.

Profilmerkmal 5: Der Unterricht ist zweckmäßig organisiert, die Lehr- und Lernzeit wird
intensiv genutzt.
Wertung: 4 – überwiegend stark
An der Schule „Am Grünen Grund“ wurden Unterrichtssequenzen im Vorhaben-, Kurs-
Werkstatt- und Einzelunterricht sowie klassenübergreifende Zusammenarbeit beobachtet.
Das Visitationsteam konnte in allen Phasen eine optimale Ausnutzung der Unterrichtszeit
beobachten. Die Tagesabläufe sind gut strukturiert, den Schülerinnen und Schülern bekannt
und durch Routine verinnerlicht. Arbeitszeiten, Pausen, Therapien und Freizeiten wechseln
einander sinnvoll ab. Trotz grundlegender Vorgaben variieren sie individuell für jede
Lerngruppe und werden so den Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler angepasst. Das
Visitationsteam konnte einen harmonischen und weitestgehend störungsfreien Schulalltag
wahrnehmen. Wichtige Regeln werden gemeinsam ausgehandelt und bilden die Grundlage
für ein wertschätzendes und hilfsbereites soziales Miteinander.
Die Klassenkomplexe sind liebevoll gestaltet und auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und
Schüler abgestimmt. Wie bereits in den Standortbedingungen beschrieben, bietet dasvariable Mobiliar in jedem Fall optimale Unterstützung in allen Lernsituationen. Die
Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, selbstständig auf Freiarbeitsmaterialien
zuzugreifen. Einzel- und Gruppenarbeitsplätze können differenziert eingesetzt werden.
Schülerarbeiten dienen der freundlichen Ausgestaltung der Klassen und der gesamten
Schule.
Das Visitationsteam konnte unterschiedliche Kooperationssituationen von Lehrkräften,
Betreuerinnen bzw. Betreuern sowie Hilfskräften in verschiedenen Konstellationen
beobachten. Eindeutige Absprachen und Aufgabenverteilungen waren sichtbar, wobei die
Zuständigkeiten flexibel und angepasst wechselten. Erforderlichenfalls kamen auch
nonverbale Abstimmungen zum Einsatz.

Profilmerkmal 6: Die Lehrerinnen und Lehrer unterstützen im Unterricht einen aktiven
Lernprozess der Schülerinnen und Schüler.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Alle Schülerinnen und Schüler wurden angeregt, aktiv am Lernprozess teilzunehmen. Dabei
spielten die persönliche Ansprache sowie der Einsatz von Gestik und Mimik eine große
Rolle.
In 89 % der beobachteten Unterrichtssequenzen gab es Anregungen zur Zusammenarbeit
und gegenseitigen Unterstützung (z.B. bei der Holzbearbeitung oder im hauswirtschaftlichen
Bereich). Besonders hervorzuheben sind die vielfältigen klassenübergreifenden Ansätze, die
es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, gemeinsam zu lernen und zu arbeiten sowie
ganz selbstverständlich Hilfe zu geben und Hilfe zu erfahren (z.B. im Musikunterricht und
beim Sport).
Musische, künstlerische und Bewegungsangebote in Verbindung mit einem hohem Anteil an
praktischer Eigentätigkeit motivierten die Schülerinnen und Schüler, ihren Möglichkeiten
entsprechend Teile der Lernprozesse selbstständig zu verwirklichen (100 % des
beobachteten Unterrichts). Dabei spielten ausgedehnte Phasen von Freiarbeit eine große
Rolle. Auch im Kurs „Basales Lernen“ wurde den Schülerinnen und Schülern lediglich
Unterstützung gegeben, um Aktivität anzubahnen und sie dann selbstständig Erfahrungen
sammeln zu lassen.
Ebenso oft legten die Schülerinnen und Schüler eigene Lösungen dar und wurden zum
Vergleich angeregt. Lern- und Arbeitsergebnisse wurden zu Präsentationszwecken genutzt.
Durch die Festlegung eindeutiger Verantwortlichkeiten im Schulalltag wird diese
Vorgehensweise unterstützt (Tischdienst, Blumendienst, Mülldienst, Kübeldienst usw.).

Profilmerkmal 7: Das unterrichtliche Vorgehen der Lehrerinnen und Lehrer ist Grundlage für
einen zielgerichteten Lernprozess.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Das unterrichtliche Vorgehen war generell auf einen zielgerichteten und vor allem
entwicklungsorientierten Lernprozess ausgerichtet. Das zeigte sich in einer deutlichen
Strukturierung des Unterrichts in allen beobachteten Unterrichtssequenzen.
Aufgabenstellungen waren entsprechend der Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler
verständlich formuliert bzw. erklärt. Kleinschrittiges Vorgehen und deutliches Sprachvorbild
waren stets gewährleistet. Regelmäßig wurde überprüft, ob eine Aufgabe richtig verstanden
und entsprechend umgesetzt wurde.
Folgerichtig waren in 95 % der Unterrichtssequenzen individualisierte bzw.
lerngruppenspezifische Aufgaben und Anforderungen sowie die Nutzung angepasster
Materialien zu beobachten. In den angebotenen Kursen erfahren sowohl die
leistungsstärkeren als auch die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler zusätzliche
Förderung.
Die Lehrkräfte nahmen den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler entsprechend sehr
oft Wechsel der Arbeitsformen vor. Auch im Rahmen der Werkstattarbeit in den
Werkstufenklassen wurde darauf geachtet, verschiedene Arbeitsschritte anzubieten.
Zur erfolgreichen Gestaltung des Unterrichts trugen in allen Unterrichtssequenzen die
Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler bei, wie bei der Gestaltung von
Kerzenhaltern zum Thema Herbst, bei der Ausführung von praktischen Arbeiten in der
Tonwerkstatt und in der Druckerei oder der Zubereitung von Speisen mit entsprechenden
Lese- und Rechenübungen.

Profilmerkmal 8: Das pädagogische Verhalten der Lehrerinnen und Lehrer bildet die
Grundlage für ein förderliches Klassen- und Arbeitsklima.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Besonders angenehm ist dem Visitationsteam an der Schule „Am Grünen Grund“ die
entspannte und angenehme Lernatmosphäre aufgefallen. Obwohl zunehmend Probleme mit
verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern auftreten, wird auf den positiven Umgang
der Schülerinnen und Schüler untereinander deutlich Einfluss genommen. Ganz
selbstverständlich unterstützen sich die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf untereinander,
respektieren aber gleichzeitig die Eigenständigkeit des Gegenübers.Das Schulklima an der Schule „Am Grünen Grund“ ist deutlich geprägt von einem fairen und
respektvollen Umgang der Lehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern.
In allen beobachteten Unterrichtssequenzen konnte ein freudvolles Tätigsein der
Schülerinnen und Schüler beobachtet werden, da realistische Ansprüche an ihr
Leistungsvermögen und positive Leistungserwartungen von Seiten der Lehrkräfte deutlich
wurden.

Profilmerkmal 9: Die Schule arbeitet mit einem transparenten Konzept für
Leistungsanforderungen und -kontrollen.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Mit der Bewertung von Schülerleistungen werden in den Schulen mit dem
sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung Informationen zur
Lernentwicklung, Lernbereitschaft und zum Lernerfolg erwartet. Eine generelle Kausalkette
von Soll-Ist-Vergleichen mit Sollformulierungen einer höheren Entwicklungsstufe kann jedoch
nicht vorausgesetzt werden. Für einzelne Schülerinnen und Schüler besteht das Ziel, in
einigen Lernbereichen aktuelle Bedürfnisse befriedigen zu können und Möglichkeiten einer
gegenwartsbezogenen sinnvollen Lebensgestaltung zu finden. Für andere Schülerinnen und
Schüler wird die Konsolidierung erreichter Kompetenzen zum Gütemaßstab pädagogischen
Handelns. Nicht alle Prozesse des Unterrichts im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
sind folglich leistungsbezogen zu betrachten.
Dem Visitationsteam wurde an der Schule „Am Grünen Grund“ von allen Personengruppen
ein einheitliches pädagogisches Vorgehen bezüglich der Leistungsermittlung und
Leistungsbewertung bestätigt. Dieses wurde auch beobachtet. Die Schülerinnen und Schüler
erhalten im Verlauf des Schultages, der Schulwoche und des Schuljahres regelmäßig
Rückmeldungen zu ihren Leistungen. Dabei kommen verschiedene, auf jede Schülerin und
jeden Schüler individuell zugeschnittene Belohnungssysteme mit positiven Verstärkern zum
Einsatz, die auf Motivation und freudvolles Lernen gerichtet sind. Tages- und oder
Wochenberichte sowie die Pendelhefte gewährleisten eine intensive Zusammenarbeit mit
den Eltern, so dass beispielsweise eingeführte Rituale auch bei nicht sprechenden
Schülerinnen und Schülern zu Hause fortgeführt werden können. Dabei werden die Eltern
angehalten, in den Pendelheften auch ein Feedback zum Verlauf des Wochenendes ihrer
Kinder mitzuteilen. Die Darstellung der Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler in den
Zeugnissen wurde im Interview von den Eltern als sehr ausführlich, realistisch und individuell
eingeschätzt. Intensive persönliche, telefonische und schriftliche Kontakte (wenn gewünscht
auch Hausbesuche) ermöglichen eine sehr gute Beratung bezüglich der Wechsel der
Lernstufen und der Perspektiven nach dem Schulabschluss. Entscheidungen werden langfristig vorbereitet; mögliche Probleme realistisch thematisiert. Eine intensive Kooperation
der Lehrkräfteteams untereinander wird von den Eltern wahrgenommen.

Profilmerkmal 10: Die Schule unterstützt und fördert die Schülerinnen und Schüler im
Lernprozess.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Die Schule „Am Grünen Grund“ arbeitet nach einem detaillierten Förder- und
Differenzierungskonzept. Hier werden die schulinternen Festlegungen für die Differenzierung
im Klassenverband, im klassenübergreifenden Unterricht sowie im Kursunterricht und die
Förderung von nonverbal agierenden und hörbehinderten Schülerinnen und Schülern
beschrieben. Für jede Schülerin und jeden Schüler wird ein so genannter Individualplan
erarbeitet. Auf der Grundlage eines gemeinsam im Lehrkräftekollegium entwickelten
Handbuches für die Erstellung der Individualpläne wird für jede Schülerin und jeden Schüler
eine sehr umfangreiche Diagnostik der Lernausgangslage vorgenommen, die als besonders
wichtig für die Stufenübergänge angesehen wird. Der daraus abgeleitete Individualplan
bezieht sich auf alle Entwicklungsbereiche und findet große Akzeptanz bei allen Lehrkräften
(„Förderplanarbeit ist Arbeit mit dem Kind. Wir sind dann ganz nah dran.“). Die Lehrkräfte
betonten im Interview, dass bei Bedarf eine tägliche Aktualisierung erfolge. Der Zugriff aller
unterrichtenden Lehrkräfte auf die Pläne ist durch die Aufbewahrung direkt in den Klassen
gewährleistet.
Im Interview der Eltern wurde eine aktive Beteiligung an der Förderplanung ihrer Kinder
herausgestellt (wenn z.B. das Sozialpädiatrische Zentrum ein neues Kommunikationssystem
für ein autistisches Kind empfiehlt, wird dieser Gedanke sofort von der Schule aufgegriffen).
Dabei erfolgen Entscheidungen stets in Absprache mit den Eltern. Unkompliziert und
individuell werden Termine vereinbart.
Besondere Förderung erfahren im gesamten Schulalltag die schwerstmehrfachbehinderten
Schülerinnen und Schüler. Sie werden generell in alle Aktivitäten einbezogen;
Therapieangebote (Physiotherapie, Ergotherapie) werden möglich gemacht und
organisatorisch sinnvoll in den Unterrichtsalltag eingebunden.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten differenziertes Feedback zu ihrer Lernentwicklung
(siehe auch Profilmerkmal neun).

 

5.3 Schulkultur

Profilmerkmal 11: Die Schule ermöglicht eine aktive Beteiligung der Schülerinnen und
Schüler und Eltern am Schulleben.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Die Zusammenarbeit mit den Elternhäusern bzw. Wohn- und Betreuungseinrichtungen der
Schülerinnen und Schüler spielt an der Schule „Am Grünen Grund“ eine große Rolle. Alle an
Schule Beteiligten sind sich einig, dass die Einbeziehung der Eltern und Betreuer in die
schulische Arbeit bedeutsam für ein einheitliches Vorgehen im Rahmen des Bildungs- und
Erziehungsprozesses ist und somit unabdingbare Voraussetzung für eine ganzheitliche
Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Neben den regelmäßig stattfindenden
Elternversammlungen und Elterngesprächen wird das bereits beschriebene Pendelheft
(siehe auch Profilmerkmal neun) genutzt, um die Eltern über die Entwicklungen in der Schule
in Kenntnis zu setzen und über Ziele und Inhalte schulischer und außerschulischer Arbeit zu
informieren. Die Eltern haben die Möglichkeit, an den Konferenzen der Lehrkräfte und an
den Fachkonferenzen teilzunehmen sowie den Unterricht zu besuchen. Regelmäßig
stattfindende schulische Höhepunkte (z.B. Herbst- Hoffest, Tag der offenen Tür, Tag der
offenen Werkstatttür, Nikolaussingen, Schwimmfest, Tanz für Rollstuhlfahrer und Läufer)
sorgen für ein Wir-Gefühl und bieten sowohl für Eltern als auch für Schülerinnen und Schüler
die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorstellungen in das Schulleben einzubringen. Mitwirkung
ist für die Schülerinnen und Schüler der Schule „Am Grünen Grund“ im Schulalltag ganz
normal. Sie beginnt bei der Ideenfindung für gemeinsame Projekte, geht über die Festlegung
von Diensten, Einkaufslisten und Essenplänen, die Auswahl der Arbeitsgemeinschaften,
Fahrten und Exkursionen bis hin zur demokratischen Mitbestimmung beim „Treffpunkt
Schulleiter“. Hier haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre Ideen, Wünsche
und Vorstellungen direkt bei der Schulleitung vorzutragen, was sie sehr ernsthaft in
Anspruch nehmen. Ein weiteres Beispiel ist das Faschingsritual an der Schule „Am Grünen
Grund“. Die Wahl des Prinzenpaares geschieht jährlich mit einem hohen Anteil an
Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Das Faschingsfest selbst wird dann mit
Vorfreude erwartet, da sich traditionell der Karnevalsverein der Stadt daran beteiligt. Das
Visitationsteam konnte während des Interviews ein großes Interesse der Schülerinnen und
Schüler an ihrer Schule wahrnehmen, was sich nicht zuletzt darin zeigte, dass sich 13
Schülerinnen und Schüler freiwillig in die ausgehängte Liste eingetragen haben. Die Eltern
lobten im Interview besonders die ansprechende Durchführung der Tage der offenen Tür („…
mit Politprominenz und Kultur… das ist eine Super-Atmosphäre!“).

Profilmerkmal 12: Die Schule kooperiert verbindlich mit anderen Schulen und
außerschulischen Partnern.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Die Schule „Am Grünen Grund“ in Belzig hat sowohl im näheren Schulumfeld als auch in der
Öffentlichkeit der Stadt einen hohen Grad an Akzeptanz erreicht. Die Schulzeitung, die
Regionalpresse, der Internetauftritt und die Präsenz bei Veranstaltungen außerhalb der
Schule (z.B. bei Sport- und Kulturveranstaltungen, oder dem Weihnachtsmarkt) sorgen für
einen hohen Bekanntheitsgrad und ein renommiertes Image der Schule. Nach Aussagen der
Schulleitung und der Lehrkräfte im Interview sehen sich die Lehrkräfte als Initiatoren vieler
Aktivitäten. So wurden viele konkrete Kooperationen eingegangen (z.B. eine gemeinsame
Hip-Hop-AG mit der naheliegenden Oberschule, Beteiligung an Projekten der Grundschule
„Geschwister Scholl“ oder die Kunstaktion mit der freien Schule Belzig). Die Lehrkräfte
wünschten sich im Interview noch mehr Resonanz auf ihre vielfältigen Bemühungen. Im
Oktober 2008 lud der Förderverein der Schule zum ganztägigen Filmfest „Filmernst“ ein
(eine Initiative des Filmverbandes Brandenburg und des LISUM Berlin-Brandenburg). Unter
dem Motto „Sehend lernen – Die Schule im Kino“ wurden mit Filmen zum Thema „Leben mit
einer Behinderung“ mehrere hundert Schülerinnen und Schüler der Stadt und der Umgebung
angesprochen. Die Schule „Am Grünen Grund“ ist bereit, im neu gegründeten Netzwerk
„Gesunde Kinder“ die vielfältige Beratung der Netzwerkpartner zu übernehmen.
Um reibungslose Übergänge für die Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten findet eine
enge Zusammenarbeit der Schule mit den Integrationskindertagesstätten der Umgebung und
mit der Werkstatt für behinderte Menschen statt.
Die Schule „Am Grünen Grund“ beteiligt sich bereits am dritten Sokratesprojekt. Daraus sind
sehr enge Kooperationen mit einer Schule in Polen und einer Schule in der Slowakei
entstanden. Regelmäßige gegenseitige Besuche mit vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten
bereichern das Schulleben der beteiligten Einrichtungen. Die Kommunikation der
Schülerinnen und Schüler untereinander ist hierbei durch die Nutzung der internationalen
Gebärdensprache gewährleistet.
Vielfältige außerschulische Partner arbeiten mit der Schule „Am Grünen Grund“ zusammen:
z.B. das Jugendtheater „Strumpfhose“, der Reservistenverband, die Arbeiterwohlfahrt, die
Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam sowie im Rahmen des Praxislernens das Reha-
Klinikum Hoher Fläming Belzig, das Johanniter-Krankenhaus Belzig und das Technologieund
Gründerzentrum „Fläming“.


5.4 Führung und Schulmanagement

Profilmerkmal 13: Die Schulleiterin/der Schulleiter stärkt die Schulgemeinschaft durch
eigenes Vorbild und zeigt Führungsverantwortung.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Die Schulleiterin Frau Körner leitet die Schule seit ihrer Gründung im Januar 1991. Die
Umsetzung der im pädagogischen Leitbild der Schule „Am Grünen Grund“ verankerten
Grundrechte der Schülerinnen und Schüler (das Recht auf größtmögliche Selbstentfaltung,
das Recht auf Individualität und das Recht, durch Kommunikation auf seine
Lebensbedingungen einzuwirken und sich in die Gemeinschaft einzubringen) stehen im
Mittelpunkt ihrer Arbeit. So benennt sie als ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte die
Weiterentwicklung der gebärdengestützten Kommunikation an der Schule (hierzu ist in
Zusammenarbeit mit der Schule für den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Hören ein
Gebärdenkurs geplant), die Verbesserung der Möglichkeiten für den Sportunterricht sowie
die weitere Ausdifferenzierung der schuleigenen Festlegungen für die Bereiche Sexualkunde
und Hauswirtschaft. Weiterhin ist sie an einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit sowie der
Qualitätssicherung interessiert und möchte somit die Attraktivität des Schulstandortes
erhalten. Ihre Zielstellungen sind allen Beteiligten bekannt. Frau Körner legt ihre
Erwartungen offen und vertritt eigene Werte und Grundhaltungen überzeugend.
Frau Körner wird von ihren Kolleginnen und Kollegen als offen, gesprächsbereit und
verständnisvoll beschrieben. Die Eltern schätzen an ihr besonders ihr ungebrochenes
Engagement für alle schulischen Belange („Bei diesem Zugpferd kann es keine schlechten
Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter geben.“). Sie nehmen die Kommunikation zwischen der
Schulleiterin und dem Lehrkräfteteam als entspannt und vertrauensvoll wahr. Nach
Aussagen der Mitarbeiterinnen des sonstigen pädagogischen Personals schafft sie durch
ihre Herzlichkeit und Wärme eine familiäre Atmosphäre an der Schule. Der Zusammenhalt
der Kolleginnen und Kollegen an der Schule ist ihr sehr wichtig. In Konfliktsituationen reagiert
sie ruhig, besonnen und lösungsorientiert. Sie arbeitet intensiv mit ihrer Stellvertreterin und
dem Lehrerrat zusammen.
Festlegungen zu aktuellen Arbeitsbereichen werden an der Schule „Am Grünen Grund“ in
der Konferenz der Lehrkräfte getroffen. Arbeitsaufträge werden an die verschiedenen
Fachkonferenzen und Arbeitsgruppen delegiert. Dabei wird auf eine gerechte
Aufgabenverteilung geachtet. Frau Körner gibt den Kolleginnen und Kollegen Rückenhalt
und Unterstützung bei ihrer täglichen Arbeit. Sie stellt hohe Ansprüche an sich selbst.
Besonderes Engagement und neue Ideen der Kolleginnen und Kollegen würdigt sie
angemessen, hält sich aber mit Lob für in ihren Augen „Selbstverständliches“ zurück. Im Interview mit den Lehrkräften wurde deutlich, dass gerade diese Art von Anerkennung mehr
gewünscht wird.

Profilmerkmal 14: Die Schulleitung unterstützt und sichert den Aufbau eines funktionsfähigen
Qualitätsmanagements.
Wertung: 3 – eher stark als schwach
Das Visitationsteam konnte an den Visitationstagen feststellen, dass an der Schule „Am
Grünen Grund“ eindeutig die Qualität des Unterrichts im Mittelpunkt der Arbeit steht.
Lehrkräfte und Schulleitung ziehen an einem Strang, wenn es um Qualitätssicherung und –
verbesserung geht. Der hohe Ausbildungsstand in verschiedenen sonderpädagogischen
Fachrichtungen sorgt für ein einheitliches Handeln hinsichtlich sonderpädagogischer
Unterrichtsprinzipien. Desweiteren trug die intensive Erarbeitung des Schulprogramms, der
schuleigenen Planungen, des Förder- und Differenzierungskonzeptes sowie des Handbuchs
zur Erstellung der Individualpläne zur Herausbildung eines gemeinsamen Verständnisses
von gutem Unterricht bei.
Die Prüfung und Sicherung der Unterrichtsqualität erfolgt an der Schule „Am Grünen Grund“
durch Hospitationen der Schulleiterin bei den Lehrerinnen und Lehrern.
Hospitationsschwerpunkte werden im Vorfeld mitgeteilt. Im Nachgang erfolgt eine
gemeinsame Reflexion. Hospitationsschwerpunkte sind der Unterricht in der Eingangsstufe
und die Unterrichtsführung neuer Kolleginnen und Kollegen. Hier spielt die Beratung im
Nachgang der Hospitationen eine große Rolle. Bei Bedarf wird die stellvertretende
Schulleiterin einbezogen. Die Schulleitung rät den Kolleginnen und Kollegen zu
gegenseitigen Unterrichtsbesuchen und ermöglicht diese, wenn der Wunsch dazu besteht.
Innerhalb der Schule werden Beschlüsse und Arbeitsergebnisse in übersichtlicher Weise
dokumentiert und für alle zugänglich aufbewahrt. Das Visitationsteam konnte während der
Visitationstage auf sehr gut geordnete Dokumente und Unterlagen zurückgreifen. Die
Aufgabenverteilung an der Schule „Am Grünen Grund“ ist Bestandteil der Jahresplanung.
Für die Schulleitung existiert ein Geschäftsverteilungsplan. Zusätzliche Aufgaben werden auf
der Basis von Freiwilligkeit vergeben.
Persönliche Beratungsgespräche bietet die Schulleitung den Lehrkräften jederzeit an. Das
Angebot wird meist dann genutzt, wenn es Handlungsbedarf bezüglich fachlicher oder auch
persönlicher Probleme gibt.

Profilmerkmal 15: Die Schulleitung plant die Maßnahmen zur Unterrichtsorganisation effektiv
und transparent für die Beteiligten.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Zu den Organisationsformen der Schule „Am Grünen Grund“ gehören Klassenunterricht,
Kursunterricht, Neigungsunterricht (Arbeitsgemeinschaften), Werkstattunterricht und
Einzelförderung. Häufig findet klassenübergreifender Unterricht statt. Bei Bedarf wird auch
Hausunterricht realisiert. Ein wichtiges Organisationsprinzip ist das 2-Pädagogen-System.
Sonstiges pädagogisches Personal, Praktikanten, Einzelfallhelfer und Zivildienstleistende
werden den Klassen nach Bedarf zugeteilt.
An der Schule erfolgen Klassenbildungen und Unterrichtsverteilungen nach verabredeten
Grundsätzen, die transparent gehandhabt werden. Der Einsatzplan wird von der Schulleitung
erstellt, mit dem Lehrerrat diskutiert und in der Lehrerkonferenz abgestimmt. Auf den
Klassenstundenplan können die jeweiligen Lehrkräfte Einfluss nehmen. In der Konferenz der
Lehrkräfte wurden so genannte Stundenplanprinzipien beschlossen, die eine effektive
Unterrichtsorganisation unterstützen.
Das Visitationsteam konnte trotz der momentan schwierigen Personalsituation (Absenkung
des Stundenvolumens angestellter Lehrkräfte sowie Langzeiterkrankungen) an der Schule
eine gute Unterrichts- und Vertretungsorganisation wahrnehmen. Ein Vertretungskonzept
beschreibt unter anderem die grundlegenden Maßnahmen zur Vermeidung von
Unterrichtsausfall und zur Absicherung des Unterrichts unter Berücksichtigung der
Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler.


5.5 Professionalität der Lehrkräfte

Profilmerkmal 16: Die Schule stärkt die Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer und
fördert die Teamentwicklung im Kollegium.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Das Kollegium der Schule „Am Grünen Grund“ entwickelt über gezielte Fortbildung die
notwendigen Kompetenzen für den Umgang mit den Besonderheiten der Schülerinnen und
Schüler. Dabei orientieren sie sich an den aktuellen Schwerpunkten des
Schuljahresarbeitsplans, der sich auf das Schulprogramm stützt. Alle Lehrkräfte haben
nachweislich an schulinternen Fortbildungen teilgenommen, bei denen auch externe
Kompetenzen genutzt wurden. Die aktuelle Fortbildungsplanung weist als
Themenschwerpunkte die Sexualerziehung für Schülerinnen und Schüler mit dem
sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, einen Lehrgang in Deutscher Gebärdensprache sowie die Erkundung von Wanderzielen rund um Belzig aus.
Zusätzlich werden regelmäßig Sicherheitsseminare, Rettungsschwimmerlehrgänge und
Erste- Hilfe- Kurse belegt.
Teamberatungen erfolgen an der Schule „Am Grünen Grund“ im Abstand von ein oder zwei
Wochen unter intensiver Beteiligung des sonstigen pädagogischen Personals.
Gegenseitige Hospitationen werden bei Bedarf als eine Strategie weiterer
Professionalisierung genutzt (z.B. Absicherung der Stufenübergänge, Einarbeitung neuer
Kolleginnen und Kollegen).
Die Einarbeitung neuer Lehrkräfte wird im Regelfall aufgrund der Doppelbesetzung von
Lerngruppen erleichtert. Nach Aussagen der Lehrkräfte im Interview erhalten neue
Kolleginnen und Kollegen ganz selbstverständlich Hilfe und Unterstützung in allen
schulischen Belangen.


 

5.6 Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung

Profilmerkmal 17: Die Schule arbeitet nach einem Schulprogramm, das gemeinsam
erarbeitet wurde und die festgelegten Produkt- und Prozesskriterien erfüllt.
Wertung: 4 – überwiegend stark
Das Schulprogramm der Schule „Am Grünen Grund“ orientiert sich am Hauptziel der
sonderpädagogischen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem
sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: „Jeder Schülerin und jedem
Schüler soll zur Selbstentfaltung und sozialen Eingliederung verholfen werden.“ Aus diesem
Leitgedanken werden Grundrechte für die Schülerinnen und Schüler abgeleitet (siehe auch
Profilmerkmal 13). Mit der Beschreibung der Rahmenbedingungen der Schule, der
pädagogische Schwerpunktsetzungen, der Kooperations-, Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit
sowie der Festlegung von Umsetzungsschwerpunkten, Arbeitsvorhaben und
Evaluationsmaßnahmen orientiert sich das Schulprogramm an den für Brandenburg gültigen
Vorgaben. Es wurde in gemeinsamer Arbeit aller an Schule Beteiligter erarbeitet und in der
Schulkonferenz abgestimmt. Das Schulprogramm bietet gute Möglichkeiten für die
Öffentlichkeitsarbeit, da es sehr informativ, handhabbar, konkret, gut lesbar und verständlich
verfasst ist.
Dem Visitationsteam lagen mehrere Versionen des Schulprogramms vor (Entwicklung seit
dem Jahr 1991), so dass eindeutig eine beständige Fortschreibung erkennbar ist. Die
Fortschreibung der aktuellen Fassung ist nach der Inkraftsetzung des neuen
Rahmenlehrplans für Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen
Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zum Schuljahr 2009/2010 vorgesehen.

Profilmerkmal 18: Die Lehrkräfte, die zuständigen Gremien der Schule und die Schulleitung
ergreifen Maßnahmen, um die Qualität des Unterrichts zu sichern und
erforderlichenfalls zu verbessern.
Wertung: 3 – eher stark als schwach
Zur Schulkultur der Schule „Am Grünen Grund“ gehört, wie im Schulprogramm ausgewiesen,
das kritische Hinterfragen von vereinbarten Zielsetzungen. Die Auswertung von Vorhaben
und die offene Diskussion gehören selbstverständlich zum pädagogischen Handeln und
dienen der Qualitätssicherung und -entwicklung des Unterrichts sowie der Gestaltung der
Schule als Lebensraum.
Das Visitationsteam konnte gute Ansätze einer sich entwickelnden Feedbackkultur
feststellen. Als Hauptmittel der Selbstevaluation werden an der Schule die Potenzen der
Schulkonferenz, der Lehrerkonferenzen, der Fachkonferenzen, der Stufenkonferenzen, der
Klassenkonferenzen und der Teamberatungen genutzt. Verbindliche Terminsetzungen und
Kontrollen der vereinbarten Verabredungen zu inhaltlichen pädagogischen Prozessen, der
Planungsunterlagen und des beschlossenen organisatorischen Rahmengefüges schaffen
eine strukturierte, ruhige und verlässliche Lern- und Arbeitsatmosphäre.
An der Schule existiert eine Arbeitsgruppe „Schulentwicklung“, die sich aus einer Vertreterin
bzw. einem Vertreter jeder Klassenstufe zusammensetzt. Sie berät in regelmäßigen
Abständen die Überarbeitung der Planungsgrundlagen und arbeitet an der Vereinheitlichung
von Symbolen, Bildern und Gebärden.
Als wichtigste Spiegel der schulischen Arbeit werden die Meinungsäußerungen der
Schülerinnen und Schüler sowie Eltern angesehen. Diese werden beim Schulleitertreff bzw.
bei persönlichen Gesprächen, in Elternversammlungen und in der Schulkonferenz gezielt
eingeholt. Kritische Hinweise werden analysiert und für die Ableitung entsprechender
Maßnahmen genutzt.
Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler werden über die Schulzeitung, die
Regionalpresse sowie die Homepage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
An der Schule „Am Grünen Grund“ wurden gemeinsam kurze, prägnante und für jedermann
verständliche Schülerregeln entwickelt. Das selbstverständliche Bemühen um die Einhaltung
dieser Regeln im Schulalltag ist für das Visitationsteam konkret beobachtbar gewesen.

Im Rahmen der Schulvisitation können die Schulen bis zu zwei zusätzliche
Qualitätsmerkmale aus dem Orientierungsrahmen Schulqualität des Landes Brandenburg
auswählen. Das Visitationsteam beschreibt die Ausprägung des Merkmals. Eine Bewertung
erfolgt nicht. Die Schule „Am Grünen Grund“ in Belzig entschied sich für das zusätzliche
Qualitätsmerkmal 3.2 „Gestaltung der Schule als Lebensraum“ und das Qualitätsmerkmal
5.4 „Personaleinsatz der Beschäftigten“.

Gestaltung der Schule als Lebensraum:

Die ganze Schule und jede einzelne Klasse werden auch als Lebensraum der Beteiligten
gestaltet.
Bereits bei der Konzipierung des Schulneubaus war eine Maßgabe, dass mit der Schule ein
Ort des Wohlbefindens für alle Beteiligten entstehen soll. In den Standortbedingungen
wurden Grundstrukturen und materielle Ausstattung als wesentliche Gelingensbedingungen
ausführlich beschrieben.
Der hohe Grad der Identifizierung mit der Schule bei allen Personen, das starke Engagement
aller Beteiligten für die Gestaltung des Unterrichts und eines vielfältigen Schullebens sind
deutliche Anzeichen dafür, dass die Schule als Lebensraum angenommen wird.
Überzeugend ist schließlich, dass die Schülerinnen und Schüler sehr gern in die Schule
kommen und am liebsten keine Ferien hätten.
In allen Interviews und durch eigene Eindrücke während der Visitation konnte sich das
Visitationsteam von der lernanregenden Atmosphäre der Schule überzeugen. Sehr kreativ
und mit persönlicher Note wurden die Klassenräume und Arbeitsbereiche ausgestaltet.
Der Flur (als Rundgang fast 200m lang) lädt mit seiner sehr aufwändigen und individuellen
Ausgestaltung zum Verweilen ein. Er bietet allen, die die Schule betreten, Informationen zur
Schulorganisation, zum Schulleben, zu Unterrichtsprojekten und Klassenhöhepunkten.
Dominierend und beeindruckend sind die vielen anspruchsvollen Schülerarbeiten.
Das Anliegen in der Schule, einen Lebensraum zu schaffen sieht das Visitationsteam auch
mit der Gestaltung des Schulhofes, den Hochbeeten im Schulgarten und der gesamten
Außenanlage umgesetzt.
Das Schulleben der Schule „Am Grünen Grund“ ist vielfältig und von gegenseitiger
Mitverantwortung geprägt. Dabei kommen den Schülerinnen und Schüler besondere
Verantwortungsbereiche zu. Die Aktivitäten tragen in wirksamer Weise zur Präsentation der
Schülerinnen und Schüler in der Schulgemeinschaft aber auch in der Öffentlichkeit bei. Mit
den Menschen und Institutionen der Stadt Belzig und der Umgebung gibt es bewährte
Kontakte und gegenseitig fruchtbringende Kooperationen.

Personaleinsatz der Beschäftigten:

Der Personaleinsatz der Beschäftigten wird aufgaben- und beteiligungsorientiert geplant und
umgesetzt.
Die Entscheidungen zum Personaleinsatz werden von der Schulleitung der Schule „Am
Grünen Grund“ in Abstimmung mit dem Lehrerrat und in engem Kontakt mit allen Beteiligten
getroffen. Prämissen sind die Erfordernisse der Lerngruppen, die fachliche Qualifikation der
Lehrkräfte und Betreuer sowie ihre besonderen Interessen und Neigungen. Gespräche mit
den Betroffenen werden geführt, persönliche Vorstellungen erfragt und nach Möglichkeit
berücksichtigt.
Dementsprechend werden die Teams gebildet. Schulformspezifisch decken die Lehrkräfte
einen breiten Fächerkanon in den Klassen ab. Lerngruppenübergreifende Angebote und
Strukturen unterstützen die Umsetzung wesentlicher Inhalte. Die Teamzusammensetzungen
ermöglichen einen gezielten Transfer von fachlicher Kompetenz und Erfahrung und
unterstützen in besonderer Weise die Einarbeitung neuer Lehrkräfte oder pädagogischer
Mitarbeiter. In den Interviews war dies ein wichtiger Grund für die ausgeprägte berufliche
Zufriedenheit der Beschäftigten.
Auf der Basis von Freiwilligkeit werden Aufgaben außerhalb der Lerngruppen zugeordnet.
Das Kollegium arbeitet ständig an der eigenen Professionalisierung und ist sehr
aufgeschlossen gegenüber Neuem. Der Einsatz von künftigen noch in der Ausbildung
befindlichen Lehrkräften ist ausdrücklich gewünscht.


6 Übersicht zu den Einzelbewertungen im Qualitätsprofil

Quali

Quali2

Quali3

Quali4

Quali5

Quali6

Quali7

Quali8

Quali9

Quali10

Quali11

Quali13

Quali14

Quali15

 

Quali16

Quali17

Quali18

Kontakt:
Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg
Struveweg
Schulvisitation Brandenburg
14974 Ludwigsfelde
Hausruf: 03378 209 157–159
Fax: 03378 209 156
Mail: geschaeftsstelle@schulvisitation.brandenburg.de
http://www.bildung.brandenburg.de/schulvisitation.html