Computerkabinet
Raumgestaltung Tag der offenen Tür Unser Schulgebäude

2. Rahmenbedingungen

2.3 Materielle Voraussetzungen

Vom Wehrkreiskommando zur Schule für geistig Behinderte – die Schule bis 2002

Mit dem Fall der innerdeutschen Grenze wurden viele Veränderungen ausgelöst. Für 40 Kinder und Jugendliche der damaligen rehabilitationspädagogischen Fördereinrichtung in Benken bedeutete es unter anderem, dass sie nun ein Recht auf Bildung besaßen. Im Januar 1991 wurde unsere Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" gegründet, aus „Schulbildungsunfähigen“ wurden Schüler. Bis Ostern 1991 wurde unter damals sehr beengten räumlichen und materiell sehr dürftig ausgestatteten Verhältnissen im Wohnheim Benken unterrichtet.

 

Die rasanten gesellschaftlichen Veränderungen und die intensive Suche nach einem geeigneten Schulgebäude hielten das Lehrerteam in Atem. Sehnsüchtig warteten wir auf die Zusage vom Bundesvermögensamt, das ehemalige Wehrkreiskommando in Belzig als Schule nutzen zu dürfen.

MAZ 09.03.1991

Innerhalb von 2 Wochen renovierten Lehrerinnen und deren Ehemänner und ABM-Kräfte der Kreisverwaltung das Gebäude. Wände wurden mit hellen Farben versehen, Zwischenwände entfernt, Fenster von Gittern befreit und aus vielen anderen Schulen und Kindergärten Mobiliar ausgeborgt. So konnte gleich nach Ostern die Einschulung stattfinden.

Freudige Kinderaugen entschädigten uns für die Mühen der vergangenen Wochen.

In den kommenden Jahren wuchs und veränderte sich unsere Schülerschaft. Schüler, die ständig auf den Rollstuhl angewiesen sind, kamen hinzu. Mehrfach wurden bauliche Veränderungen vorgenommen, um den wachsenden und neu entstehenden Bedürfnissen der Schüler gerecht werden zu können. Neue Sanitäranlagen, behindertengerechte Toilette, ein Aufzug für die körperbehinderten Schüler, 2 neue Klassenräume, Kursräume und ein Spielplatz wurden geschaffen.

Mit wachsender Schülerzahl und durch die Zunahme an Schülern mit schweren und schwersten Mehrfachbehinderungen wurde aus einer ehemals großzügigen eine sehr beengte Raumsituation, die nun mittlerweile auch die Umsetzung neuer pädagogischer und therapeutischer Ideen, behinderte. Ein neues Schulgebäude wurde zur dringenden Notwendigkeit. 6 Jahre mühevoller Überzeugungsarbeit in den Ämtern sollten vergehen, bis wir im April 2002 in unser neues Schulgebäude einziehen durften.

 

 

 

Unser neues Schulgebäude

In enger Zusammenarbeit von Kreisverwaltung, Architekturbüro und dem Lehrerteam gelang es im Jahr 2002 einen Schulneubau zu schaffen, der die Umsetzung unseres pädagogischen Konzeptes unterstützt.

Das Schulgebäude wurde als großes Viereck gebaut, welches in vier Sektoren unterteilt ist. Die Sektorenfarben grün, rot, blau und gelb erleichtern den Schülern die Orientierung. Leitlinien in den Fluren, die ebenfalls farblich abgesetzt sind, unterstützen unsere sehschwachen Schüler zusätzlich.

Unsere Klassenkomplexe bestehen aus einem Klassenraum und einem Gruppenraum. In jedem Klassenraum befindet sich eine Küchenzeile, so dass ein tägliches Training im Bereich der Selbstversorgung möglich wird. Tische und Stühle lassen sich unkompliziert im Raum umstellen, so dass der große gemeinsame Esstisch schnell in Einzelarbeitsplätze umgewandelt werden kann. Teilweise offen gestaltetes Mobiliar ermöglicht den Schülern einen schnellen Überblick über die Freiarbeitsmaterialien und den selbstständigen Umgang mit ihnen. In den Gruppenräumen sind im Bereich der Hebetechnik, angepasst an die jeweiligen individuellen Bedürfnisse, die Arbeitsplätze unserer schwerstmehrfachbehinderten Schüler gestaltet. Die Anbindung der Klassencomputer an das Schülernetz der Schule ist ebenfalls in den Gruppenräumen installiert.

Je ein behindertengerechtes Bad, das mit Hebetechnik, Wickeltisch, Toilette und Dusche ausgerüstet ist, steht den schwerstmehrfachbehinderten Schülern in den vier Sektoren zur Verfügung, bei Bedarf natürlich auch allen anderen Schülern.

In den Toiletten im grünen und im gelben Bereich wurden im Gegensatz zu den Klassenkomplexen Armaturen mit Automatik eingebaut, so dass unsere Schüler auch auf die Gegebenheiten in öffentlichen Einrichtungen vorbereitet werden können.

Neben dem Unterricht in den Klassenkomplexen wird, z. T. auch klassenübergreifend, in der Töpferei, der Holzwerkstatt, der Druckerei / Malen und Gestalten und im Hauswirtschaftsraum Fachunterricht erteilt.

Für den Kursunterricht in den Fächer Deutsch und Mathematik stehen uns 2 Räume zur Verfügung, die jeweils mit 4 Computerarbeitsplätzen und einem breiten Angebot an Lehrmitteln für die Hand des Schülers ausgerüstet sind. Im Kurs Basale Lernbereiche nutzen wir 3 Räume, den Sehtrainingsraum, den Erlebnisraum und den Aktivitätsraum. Die Ausstattung in diesen Kursräumen ist auf die speziellen Bedürfnisse schwerstmehrfachbehinderter, bzw. sehbehinderter und hörbehinderter Schüler ausgerichtet. Für die physiotherapeutischen Maßnahmen stehen 2 gut eingerichtete Räume zur Verfügung.

Im Sportunterricht nutzen wir die Turnhallen der Stadt, das Sportstadion, die Trimm-Dich-Strecke und Waldwege oder wir gehen im Sommer in das Schwimmbad der Stadt Belzig.

Im Winter fahren wir 14-tägig in das Schwimmbad nach Zerbst. Für unsere schwerstmehrfachbehinderten Schüler nutzen wir einmal wöchentlich das Schwimmbecken des Belziger Krankenhauses.

Der Mehrzweckraum muss vielen Ansprüchen gerecht werden. Motopädagogik, Musikunterricht, Kursunterricht im Basalen Lernbereich, Schulmeisterschaften im Tischtennis, Theater- und Kinoaufführungen und Arbeitsgemeinschaften teilen sich diesen Raum. Zugleich ist er das Zentrum bei allen Schulfeiern.

Unser Schülercafe hat sich über viele Jahre hinweg zu einer monatlichen festen Institution in unserem Schulleben entwickelt. Eltern, Freunde und Bekannte sind ebenfalls gern gesehene Gäste.

Neu seit Januar 2007 stehen uns in Nebengebäude Räume für Arbeitsgemeinschaften zur Verfügung.

Pause und Freizeit auf dem Innenhof – viel genutzte Möglichkeit unserer Schüler mit den Go Karts zu fahren, zu schaukeln oder zu klettern, Fußball zu spielen, mit der Drehscheibe zu fahren, sich im Sandkasten und an der Wassermatschstrecke auszuprobieren. Bänke und die Rasenfläche bieten Möglichkeiten zum Ausruhen oder zum ruhigen Spiel.

In der Bibliothek finden alle Kollegen Fachliteratur, Videos, Vorführtechnik und Bücher für die Hand der Schüler.

Thomas (Werkstufe) hat unsere neue Schule gemalt